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3. Grundsatz der angebrachten Handlung
«Wiedersetze dich nicht einer
grossen Kraft.
Weiche zurück, bis sie schwächer wird,
dann aber gehe mit Entschlossenheit voran.»

Dieser Grundsatz empfiehlt uns nicht, vor kleinen Unannehmlichkeiten oder vor Problemen zurückzuweichen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden. Man soll gemäss diesem Grundsatz nur vor unüberwindbaren Kräften zurückweichen, die bei einer Konfrontation zweifellos unsere Kräfte überfordern würden. Das Zurückweichen vor kleinen Schwierigkeiten schwächt die Leute, es macht sie kleinmütig und furchtsam. Das Standhaltenwollen angesichts grosser Kräfte macht die Leute anfällig für alle Arten von Fehlschlägen und Missgeschicken.

Das Problem taucht auf, wenn man nicht im voraus weiss, ob man selbst oder die Schwierigkeiten stärker sind. Das muss man herausfinden, indem man "probeweise" handelt, d.h. in dem man kleine Konfrontationen macht, welche die Situation nicht vollkommen gefährden und die einen Spielraum lassen, die Haltung zu ändern, falls die Situation ausser Kontrolle gerät. Früher sprach man von Klugheit. Diese Vorstellung stand dem, was wir erklären, sehr nah.

Da gibt es noch einen anderen Punkt: Wann soll man voranschreiten? Zu welchem Zeitpunkt hat die Schwierigkeit ihre Kraft verringert bzw. zu welchem Zeitpunkt haben wir an Kraft gewonnen? Hier gilt der gleiche Grundsatz des "probeweisen" Handelns, d. h. man unternimmt von Zeit zu Zeit kleine, nicht endgültige Versuche.

Wenn die Kraft auf unserer Seite steht und sich die Schwierigkeiten verringert haben, soll man uneingeschränkt voranschreiten. In einer solchen Situation Reserven aufsparen zu wollen, hiesse den Sieg zu gefährden, weil man nicht mit aller zur Verfügung stehenden Energie vorwärts geht .


Empfehlungen

1. Sich an persönliche Situationen erinnern, in denen der Widerstand gegenüber gewaltigen Kräften schmerzliche Folgen hatte.

2. Bei gegenwärtigen Situationen im eigenen Leben diejenigen erkennen, in denen man einer Kraft gegenübersteht, die der eigenen überlegen ist. Dabei die Art und Weise in Betracht ziehen, wie man zurückweichen kann, bis jene Kraft schwächer wird.

3. Zwischen einer grossen Kraft und einer Schwierigkeit unterscheiden. Erkennen, dass ein Zurückweichen vor letzteren zur Schwäche und zu einer passiven Geisteshaltung führt.

4. Eine andere Person, die eine Situation durchmacht, in der sie sich gewaltigen Kräften mit unangebrachten Mitteln entgegenstellt, vorsichtig aufklären und ihr die Folgen einer solchen Vorgehensweise vor Augen führen.

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