Dieser Grundsatz empfiehlt
uns nicht, vor kleinen Unannehmlichkeiten oder vor Problemen zurückzuweichen,
mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden. Man soll gemäss
diesem Grundsatz nur vor unüberwindbaren Kräften zurückweichen,
die bei einer Konfrontation zweifellos unsere Kräfte überfordern
würden. Das Zurückweichen vor kleinen Schwierigkeiten
schwächt die Leute, es macht sie kleinmütig und furchtsam.
Das Standhaltenwollen angesichts grosser Kräfte macht die Leute
anfällig für alle Arten von Fehlschlägen und Missgeschicken.
Das Problem taucht auf, wenn man nicht im voraus weiss, ob man selbst
oder die Schwierigkeiten stärker sind. Das muss man herausfinden,
indem man "probeweise" handelt, d.h. in dem man kleine Konfrontationen
macht, welche die Situation nicht vollkommen gefährden und die
einen Spielraum lassen, die Haltung zu ändern, falls die Situation
ausser Kontrolle gerät. Früher sprach man von Klugheit.
Diese Vorstellung stand dem, was wir erklären, sehr nah.
Da gibt es noch einen anderen Punkt: Wann soll man voranschreiten?
Zu welchem Zeitpunkt hat die Schwierigkeit ihre Kraft verringert
bzw. zu welchem Zeitpunkt haben wir an Kraft gewonnen? Hier gilt
der gleiche Grundsatz des "probeweisen" Handelns, d. h.
man unternimmt von Zeit zu Zeit kleine, nicht endgültige Versuche.
Wenn die Kraft auf unserer Seite steht und sich die Schwierigkeiten
verringert haben, soll man uneingeschränkt voranschreiten.
In einer solchen Situation Reserven aufsparen zu wollen, hiesse
den Sieg zu gefährden, weil man nicht mit aller zur Verfügung
stehenden Energie vorwärts geht .
Empfehlungen
1. Sich an persönliche Situationen erinnern, in denen der
Widerstand gegenüber gewaltigen Kräften schmerzliche Folgen
hatte.
2. Bei gegenwärtigen Situationen im eigenen Leben diejenigen
erkennen, in denen man einer Kraft gegenübersteht, die der
eigenen überlegen ist. Dabei die Art und Weise in Betracht
ziehen, wie man zurückweichen kann, bis jene Kraft schwächer
wird.
3. Zwischen einer grossen Kraft und einer Schwierigkeit unterscheiden.
Erkennen, dass ein Zurückweichen vor letzteren zur Schwäche
und zu einer passiven Geisteshaltung führt.
4. Eine andere Person, die eine Situation durchmacht, in der sie
sich gewaltigen Kräften mit unangebrachten Mitteln entgegenstellt,
vorsichtig aufklären und ihr die Folgen einer solchen Vorgehensweise
vor Augen führen.
|