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Die Gemeinschaft
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Einheit und WiderspruchFast alle Handlungen, die wir tagtäglich ausführen, sind routinemäßig und stützen sich in großem Maße auf Angewohnheiten. die durch Wiederholung über einen langen Zeitraum hinweg erworben wurden. Wir führen auch Handlungen aus, die, statt uns unbeteiligt zu lassen wie die, die wir ständig wiederholen, uns ein Gefühl der Lebensfülle oder des Unbehagens vermitteln. Es gibt Handlungen, die uns ein gutes Gefühl geben und wenn wir uns später an sie erinnern, möchten wir sie gerne wiederholen. Außerdem haben sie die Eigenschaft, daß sie nicht langweilen. vielmehr spürt man, wenn man sie ausführt. eine Besserung, ein inneres Wachsen. Wenn man eine angenehme Speise ißt. so vermittelt einem das eine erfreuliche Empfindung; jedoch würden wir uns langweilen, wenn wir darauf beharrten. gewisse Grenzen zu überschreiten. Außerdem, wenn wir uns in einem Augenblick des Hungers an die Speise erinnern, möchten wir sie wieder essen, aber jedesmal, wenn uns das gelänge. hätten wir ein Gefühl der Sättigung, nicht aber das einer Verbesserung oder des inneren Wachsens. Eine andere Art von Handlungen bringt uns im Moment angenehme Gefühle, wenn wir uns jedoch an diese Handlungen erinnern, verursacht das Unbehagen. Wenn wir zum Beispiel, um unsere momentanen Spannungen zu lösen, über jemand herfallen, ist es möglich. daß wir in diesem Moment eine innere Befreiung erleben. jedoch wird später so etwas wie Reue auftauchen und wir werden einsehen, daß es nicht gut ist, etwas derartiges zu wiederholen. Wir werden dann auch merken, daß ein solches Vorgehen uns nicht innerlich wachsen läßt, uns nicht bessert. Die Taten, die zum Empfinden innerer Einheit führen, haben Immer folgende Eigenschaften: 1. Man hat ein gutes Gefühl, wenn man sie ausführt. 2. Man möchte sie wiederholen. 3. Man empfindet sie als persönliche Besserung. Wenn eine der drei Bedingungen nicht erfüllt wird, so kommt das daher, daß wir inmitten gewohnheitsmäßiger, für das Leben notwendiger Handlungen stecken, die ein wenig neutral sind: oder es sind nur momentan erfreuliche Handlungen, oder es sind schließlich widersprüchliche Handlungen. Die zur Einheit führenden und auch die widersprüchlichen Taten werden im jeweiligen Augenblick empfunden; man erinnert sich an sie auf bestimmte Weise und sie bestimmen künftige Verhaltensweisen. Das heißt. daß es sehr wichtig ist, Widersprüchlichkeiten zu vermeiden und die zur inneren, Einheit führenden Handlungen zu vermehren. Die Bereitschaft, ein von Einheit geprägtes Leben zu erlangen, markiert den Beginn eines wirklichen Sinnes und einer neuen Richtung im täglichen Verhalten. Das Reflektieren über die Grundsätze der gültigen Handlung hilft uns, von der Widersprüchlichkeit weg zu kommen, indem wir eine konkrete Orientierung für ein kohärentes Verhalten bekommen.
Die gültige Handlung1. Der Grundsatz der Anpassung. Er lautet wie folgt: Wenn man sich der Entwicklung der Dinge entgegenstellt, geht man gegen sich selbst vor
Dieser Grundsatz betont, daß, wenn man im voraus den Ausgang eines Ereignisses weiß, die richtige Haltung darin besteht, es so gut wie möglich zu akzeptieren und zu versuchen, auch aus dem Nachteiligen Nutzen zu ziehen. Wenn wir Augenblicke unseres Lebens untersuchen, wo wir diesen Grundsatz noch nicht kannten und deshalb entgegengesetzt handelten, wird sich für uns die Bedeutung dieses Grundsatzes schnell erhellen. Es ist noch viel interessanter, wenn wir uns Gedanken über den Augenblick machen, in dem wir jetzt leben und die Konsequenzen studieren, die das Leiden uns und unseren Nächsten bringt. falls wir diesen Grundsatz nicht berücksichtigen. Wir wollen damit sagen, daß die Sachen, denen wir uns nicht widersetzen sollen, jene sind, die unvermeidlich sind. Wenn die Menschen z.B. geglaubt hätten, daß Krankheiten nicht zu vermeiden sind, dann hätte die Medizin niemals Fortschritte erzielt. Dank der Notwendigkeit, Probleme anzugehen und der Möglichkeit, sie zu lösen, entwickelt sich die Menschheit weiter. Ist es unvermeidbar, daß jemand stirbt, wenn er allein in der Wüste ist? Er wird sich anstrengen, Auswege aus seiner Situation zu finden und er wird leichter auf eine Oase stoßen oder er wird leichter gefunden werden können, wenn er alle möglichen Hilfsmittel anwendet, um auf sich aufmerksam zu machen. Richtig angewandt kann dieser Grundsatz in unvermeidlichen Situationen wirken.
In einer Lagune lebte eine Schildkröte mit dem Namen Nacken-Schildkröte". Sie hatte zwei Wildgänse als Freunde. Nun kam eine zwölfjährige Trockenperiode, die beide Wildgänse einen Entschluss fassen ließ. Diese Lagune wird austrocknen. Wir müssen uns eine andere Wasserstelle suchen. Aber wir werden uns vorher von unserer Freundin Nacken-Schildkröte" verabschieden müssen. Als sie dies taten, sagte die Schildkröte: Ich bin hier zu Hause und ich kann immer Wasser finden, aber ihr bekämt bestimmt nie genug, darum kann ich eure Abreise gut verstehen. Aber allein wird mir das Leben zu langweilig. Also gehen wir am besten zusammen." Du hast aber keine Flügel und so können wir dich nicht mitnehmen." Da kenne ich einen Weg" fuhr die Schildkröte fort,. Bringt mir einen Holzstock" Die Gänse taten dies und die Schildkröte hielt sich in der Mitte des Stockes mit ihren Zähnen fest und sagte: Jetzt haltet den Stock mit euren Schnäbeln fest und steigt gleichzeitig hoch, schwebt gleichmäßig in die Höhe, bis wir einen Ort entdecken, an dem wir alle drei zusammen leben können." Es gibt zwei Probleme bei diesem schönen Plan. Erst einmal hast du keinen Grund woanders hinzugehen, während es für uns eine Sache von Leben und Tod ist. Der Stock und dein Gewicht würden unseren Flug und somit auch dich enorm gefährden. Wenn du auch noch - Macht deiner Gewohnheit- anfangen würdest zu sprechen, wirst du dein Leben verlieren." Oh", sagte die Schildkröte, aber ihr braucht Wasser und ich jemandem zum Reden, also befinden wir uns in der gleichen Lage. Was das Reden angeht, so werde ich versprechen zu schweigen: ich werde still sein, solange wir in der Luft sind. Die Freunde führten also den Plan aus, aber während sie die Schildkröte in mühevollem Flug über die benachbarte Stadt trugen, wurden sie vom Volk bemerkt. Ein verwirrtes Gemurmel drang nach oben, als einige fragten: Welches wagenähnliche Ding wird dort von zwei Vögeln durch die Luft getragen? Vielleicht ein Maharadscha oder ein ähnlich mächtiges Wesen". Die Schildkröte erinnerte sich an die Steine, die Kinder in der Lagune nach ihr geworfen hatten und wollte dem Volk zeigen, dass sie nun fliegen konnte und schrie stolz: Ich bin es Nacken-Schildkröte"! Kaum hatte sie dies ausgerufen, verlor die Arme ihren Halt und fiel zu Boden. Die Leute, die ihr Fleisch liebten, schnitten sie in Stücke und aßen sie auf.
2. Der Grundsatz der Wirkung und der Gegenwirkung. Er lautet wie folgt: Wenn du etwas zu erzwingen versuchst, so erzeugst du das Gegenteil.
Dieser Grundsatz betont, daß die Personen und die Dinge über ein bestimmtes Verhalten verfügen und daß sie sich unseren Vorhaben entweder widersetzen oder diese erleichtern, je nachdem, ob wir zweckmäßig handeln oder nicht. Wenn wir von unvernünftigen Impulsen angetrieben werden und auf etwas Druck gegen sein eigenes Verhalten ausüben, werden wir beobachten, daß es vielleicht unseren Forderungen nachgibt. Als Folge werden jedoch früher oder später Wirkungen auftreten, die wir nicht herbeiführen wollten. Der Mensch formt Ereignisse, gibt den Sachen eine Richtung und neigt dazu, Pläne durchzuführen. Insgesamt gesehen strebt er Zielen zu. Da stellt sich nun die Frage: Wie geht er auf seine Ziele zu? Wie gibt er Anderen die Lösung eines Problems zu verstehen? Überwältigt oder überzeugt er sie? Wenn er sie überwältigt, wird es gleich oder später zu einer Reaktion kommen. Wenn er sie überzeugt, werden sich die Kräfte über kurz oder lang addieren. Viele denken: "Der Zweck rechtfertigt die Mittel." Infolgedessen üben sie in iherem Handeln Druck auf ihre Umwelt aus und erzielen dabei oft erfolgreiche Resultate. In einem solchen Fall kommt die Schwierigkeit erst später. Das Ziel ist zwar erreicht worden, jedoch läßt es sich nicht über lange Zeit hinweg aufrechterhalten. Der Grundsatz, den wir gerade behandeln, bezieht sich auf zwei verschiedene Situationen. In der einen erreicht man das angestrebte Ziel, aber die Konsequenzen sind den erwarteten entgegengesetzt. In der anderen kommt es durch das Erzwingen von Situationen zu ungünstigen Rückschlägen. GESCHICHTE: DIE PREDIGT ÜBER DIE RÜCKKEHR DER HANDLUNG: Buddha sagte: Wenn ein Mann mir schadet, werde ich ihm mit Zuneigung antworten. Wenn er mir noch mehr schadet, wird noch mehr Güte aus mir hervorkommen. Der Duft der Güte kehrt immer zu mir zurück und die traurige Luft des Bösen kehrt zu ihm zurück." Ein einfältiger Mann beleidigte Buddha. Als Buddha ihn daraufhin fragte: Wenn ein Mann ein Geschenk ablehnt, wem gehört es dann?" antwortete der Mann: In diesem Fall wird es eben dem gehören, der es ihm angeboten hat". Gut, - erwiderte Buddha - du hast mich verspottet, aber ich nehme deinen Spott nicht an, und ich bitte dich, ihn für dich zu behalten, dies wird dann wohl der Beginn des Elends für dich sein?" Der Schwindler antwortete nicht, und Buddha fuhr fort: Ein verdorbener Mann, der einen Tugendhaften beleidigt ist jemand der zum Himmel aufschaut und dann ausspuckt,. Der Speichel beschmutzt den Himmel nicht, sondern kehrt zurück und beschmutzt diesen Menschen". Der Verleumder ist jemand der Erde auf den anderen wirft, während der Wind ihm entgegenweht. Die Erde kommt immer wieder zu ihm zurück und derjenige, der etwas haben will, was nicht für ihn ist, bekommt nur das, was für ihn bestimmt ist".
GESCHICHTE : DER KÖNIG DES GOLDES Der alte Silen war ein Pan (halb Ziegenbock und halb Mann), der dem Weingott Dionysos mit weisen Ratschlägen zur Seite stand. Hinter seiner grotesken Erscheinung verbarg sich ein tiefer und kluger Geist. Eines Tages wurde er, während er schlief, von einigen Landbewohner aufgrund seines Aussehens festgenommen. Sie hatten Silen in Ketten stolz dem dortigen König Midas vorgeführt. Midas erkannte die Natur des Pan sofort, befreite ihn und gab ihm zu Ehren große Feste und Ehrbezeugungen. Er bat ihn für den Irrtum der Landbewohner um Verzeihung. Der weise Silen verzieh ihm nicht nur, er wollte auch den mildtätigen Geist des Königs belohnen. Bitte um was immer du willst, ich werde es dir gewähren- sagte Silen - aber sei vernünftig bei deinem Wunsch, denn was ich dir gebe, kann ich nie wieder zurücknehmen." Also bat Midas ihn um das, was er sich immer schon gewünscht hatte. Alles was er anfasse, möge sich in Gold verwandeln. Er erklärte: Mein Königreich ist arm, aber meine Leute sind gütig und einig. Wenn ich reich wäre, würde soviel Mühe und Entbehrung mit Glückseligkeit belohnt: das ganze Königreich würde bald wieder durch die Gabe ihres guten Königs wohlhabend sein." Sileno erfüllte Midas Wunsch und verschwand. Auf der Stelle verwandelten sich die Kleider, die den Körper des Königs berührten in Gold.. Dann bereiste Midas sein Land und verwandelte die Häuser, die Teiche, die Ernte und die Tiere vor den erstaunten und dankbaren Augen der Landbewohner in Gold. Als er aber in dieser Nacht in seinen Palast zurückkehrte stieg ein jammerndes Geschrei zu ihm auf... Die Untergebenen berichteten von wachsender Unzufriedenheit. Ich kann meine goldenen Ziegen nicht melken!" sagte einer, deshalb wird meine Familie keine Milch mehr trinken und kein Fleisch mehr essen können." Die Bäume werden keine Früchte mehr tragen" riefen andere. Und so erreichten den König immer wieder neue Klagen. Midas der über die Lösung des Problems nachdachte, schenkte sich derweil Wein ein und wollte Essen und Früchte zu sich nehmen. Doch alles verwandelte sich in Gold und es gab weder Flüssigkeit, noch Nahrung, die er zu sich nehmen konnte. In dieser Lage kam seine Frau um ihn mit Zärtlichkeiten zu beruhigen, aber sie verwandelte sich sofort in die schönste goldene Statue. Midas bereute und rief Dionysos an die Zauberei des Silen zu beenden und der gute Gott verwandelte alle Dinge zurück. Das Gold verschwand, die Ziegen wurden wieder zu Ziegen und die Teiche enthielten wieder Wasser; die Bäume wurden vom Wind geschüttelt und die Frau des Königs erwachte aus ihrem Schlaf. Midas konnte wieder essen und trinken und er dankte mit seinem Volk gemeinsam Gott, der ihnen wieder die Armut gewährt hatte.
3. Der Grundsatz der angebrachten Handlung. Er lautet wie folgt: Widersetze dich nicht einer großen Kraft. Weiche zurück, bis sie schwächer wird, dann aber gehe mit Entschlossenheit voran.
Dieser Grundsatz empfiehlt uns nicht, vor kleinen Unannehmlichkeiten oder vor Problemen zurückzuweichen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden. Man soll nur, so lautet der Grundsatz, vor unüberwindbaren Kräften zurückweichen, die bei einer Konfrontation zweifellos unsere Kräfte überfordern würden. Das Zurückweichen vor kleinen Schwierigkeiten schwächt die Leute, es macht sie kleinmütig und furchtsam. Das Standhaltenwollen angesichts großer Kräfte macht die Leute anfällig für alle Arten von Fehlschlägen und Mißgeschicken. Das Problem taucht auf, wenn man nicht im voraus weiß. ob man selbst oder die Schwierigkeiten stärker sind. Das muß man herausfinden, indem man probeweise handelt, d.h. sich kleinen Konfrontationen zu stellen, die die Situation nicht stark gefährden und die einen Spielraum lassen, die Haltung zu ändern, falls die Situation unhaltbar wird. Früher sprach man von Klugheit. Diese Vorstellung stand dem, was wir erklären, sehr nah. Da gibt es noch einen anderen Punkt: Wann soll man vorgehen? Zu welchem Zeitpunkt hat die Schwierigkeit ihre Kraft verringert bzw. zu weichem Zeitpunkt haben wir an Kraft gewonnen? Hier gilt der gleiche Grundsatz des "probeweisen" Handelns, d.h. man unternimmt von Zeit zu Zeit kleine, nicht endgültige Versuche. Wenn die Kraft auf unserer Seite steht und sich die Unannehmlichkeiten verringert haben, soll man uneingeschränkt vorgehen. In einer solchen Situation Reserven einsparen zu wollen, hieße den Sieg zu gefährden, weil man nicht mit aller zur Verfügung stehenden Energie vorangeht. DIE GESCHICHTE VOM FISCHER
Es lebte einst ein alter Fischer, der Vater von drei Kindern und sehr arm war. Gewöhnlich warf er seine Netze jeden Tag nur viermal ins Wasser. Eines Tages nachdem er seine Netze bereits zweimal wieder leer hochgeholt hatte, freute er sich sehr, denn beim dritten Mal merkte er, dass er das Netz kaum mehr aus dem Wasser ziehen konnte. Aber seine Enttäuschung war grenzenlos als er sah, dass sein ganzer Fang nur aus einem toten Esel bestand, den sicherlich ein böser Nachbar ins Meer geworfen hatte. Er bejammerte laut sein Unglück und als er das Netz ein viertes Mal auswarf sagte er: Die Güte Allahs ist unendlich, wer weiß vielleicht habe ich jetzt mehr Glück! Als er das Netz wieder einholte bemerkte er, wie schwer es wieder war. Er öffnete es und fand einen großen Kelch mit einem Metallverschluss. Diesen öffnete er, leerte den Kelch, der voller Schlamm war und betrachtete ihn von allen Seiten. Er überlegt schon den Kelch mit nach Hause zu nehmen um ihn an einen Gießer zu verkaufen, als eine Rauchsäule daraus entwich, die immer größer und dicker wurde bis sie die Form eines Riesen von gigantischem Ausmaß annahm. Seine Stirn war so hoch wie eine Kuppel, seine Hände so groß wie ein Ackerstück, sein Mund schwarz wie eine Höhle, seine Augen brannten wie Fackeln und seine Beine waren so lang wie Bäume. Der Anblick dieses Ungeheuers ließ den Fischer vor Angst zittern und schon wollte er fliehen, aber die Stimme des Riesen, gewaltig wie ein Donner, ließ ihn erstarren. Es gibt keinen Gott außer Allah und Salomon ist Allahs Prophet", sagte der Riese und fuhr fort: und du großer Salomon, Allahs Prophet, befehle mir und verfüge über mich und ich werde gehorchen." Oh du mächtiger Geist", antwortete der Fischer, was hast du gesagt? Weißt du etwa nicht, dass Salomon vor mehr als tausendachthundert Jahren gestorben ist? Weißt du auch nicht, dass Mohammed als Prophet Allahs gekommen ist? Machst du dich lustig über mich oder bist du verrückt?" Ob ich verrückt bin? Bei Allah ich schwöre dir, wenn du mich noch mal beleidigst, werde ich dir das Leben nehmen müssen!" Oh Geist könntest du dies tun, obgleich ich dich aus deinem Gefängnis befreit habe?" Höre meine Geschichte Fischer" sagte der Geist und du wirst verstehen, dass meine Drohung nicht grundlos ist". Du musst wissen, dass ich ein rebellischer Geist bin. Mein Name lautet Shar der Geist, alle aus meinem Geschlecht haben Salomo Gehorsam gelobt, außer mir und da ich mich ihm nicht unterwerfen wollte floh ich. Aber ein Wesir, der mich verfolgen ließ, verhaftete mich und ließ mich in Ketten vorführen. Als ich vor ihm stand, bat er mich seine Religion anzunehmen, als ich mich weigerte befahl er mich in diesen Kelch einzusperren, in dem du mich gefunden hast. Er versiegelte ihn mit seinem Siegel und warf ihn ins Meer. In der ersten Zeit, die ich in meinem engen Gefängnis verbrachte, gelobte ich den der mich befreien würde unsterblich zu machen. Aber niemand befreite mich. Im zweiten Jahrhundert dachte ich mir werde ich dem, der mir zu Hilfe kommt die größten Schätze schenken. Aber niemand kam. Im dritten Jahrhundert gelobt ich dann, wer mich befreit solle all meine Macht, meine Kraft und meine Weisheit erhalten, aber dies war auch umsonst. Dann habe ich meinem Zorn freien Lauf gelassen und habe geschworen den Menschen umzubringen, der mich befreit. Das bist du und niemand wird dich vor meiner Rache schützen." Oh Geist, wenn du mich aber tötest", antwortete der Fischer, wirst du eine Ungerechtigkeit begehen, die Allah dir nie verzeihen wird, denn du bezahlst ja das Gute, was ich dir angetan habe, als ich dich befreite mit einem Verbrechen. Bedenke auch, ich habe eine Frau und drei Kinder, die noch nicht auf eigenen Beinen stehen können." Nichts schien den Riesen erweichen zu können und sein gewaltiges Gesicht wurde immer grausamer. Da wusste der Fischer, dass sein Leben nur von seiner Klugheit abhing und da er nicht auf den Kopf gefallen war, ersann er einen Plan und fasste ihn so fest ins Auge, wie ein Schiffbrüchiger ein Holzbrett, das er auf den Wellen schwimmen sieht. Hast du dich wirklich entschlossen mich zu töten?" fragte der Fischer. Natürlich", antwortete das Ungeheuer. Also gut, aber bevor du diese Ungerechtigkeit begehst möchte ich von einem Zweifel befreit werden, den ich hege". Sprich schnell, wir verlieren viel Zeit. Du sagtest du wärst in diesem Kelch eingeschlossen gewesen, aber das stimmt nicht. Wie kannst du dort drin gewesen sein, wenn doch nicht einmal meine Hand dort hineinpasst? Das kann ich nur glauben, wenn ich es sehe." Du misstraust mir also? Nun gut, danach werde ich dich mit noch mehr Vergnügen töten, du misstrauischer und ungläubiger Fischer." Der Geist begann dann sich in Rauch aufzulösen , bis nur noch eine Art Spirale übrig blieb, die völlig im Kelch verschwand. Von drinnen erklang eine Stimme: Hast du dich jetzt überzeugt, du misstrauischer Fischer?" Als Antwort verschloss der Fischer ganz schnell den Kelch mit dem Verschluss, den er in der Hand hielt. Als der Geist sich wieder eingesperrt sah, schrie und tobte er anfangs und fing schließlich an zu bitten. Der Fischer jedoch hörte weder auf das Jammern noch auf die Drohungen, nahm den Kelch und tat also ob er ihn ins Meer werfen wollte. So kam es, dass der Geist einen neuen Eid schwor, den er halten musste nachdem er erneut seine Freiheit erhielt. Der Fischer konnte daraus für sich und für andere Nutzen ziehen, aber das ist eine andere Geschichte.
GESCHICHTE: DER GEIST UND DIE UNTERDRÜCKUNG Es war einmal ein sehr mächtiger Mann der viele Schafe besaß. Damit sie nicht wegliefen errichtete er einen Zaun. Einigen gelang es jedoch das Gefängnis zu zerstören und zu entkommen. Um dies zu verhindern brachte der mächtige Mann Hunde, die Tag und Nacht Wache hielten. Trotz allem konnten immer noch einige fliehen und andere starben, ihr Fleisch und ihre Wolle wurden durch wilde Bisse ihrer Wächter zerstört. Angespornt davon drangen die Hunde in die Umzäunung ein und töteten noch mehr. Der mächtige Mann sah, dass der Pferch nicht stabil und die Wächter gefährlich waren. Er ließ einen Magier suchen. Dieser schläferte alle Schafe ein und ließ sie träumen sie seien frei. Als sie wieder aufwachten glaubten sie weiterhin sie seien frei und verließen ihren Herrn nicht mehr. Der mächtige Mann entfernte nun den Zaun und die Wächter und beschränkte sich darauf die Schafe für seinen Eigenbedarf an Fleisch und Wolle zu nutzen.
4. Der Grundsatz der Proportion. Er lautet wie folgt: Es ist gut, wenn die Dinge zusammen und nicht vereinzelt wirken.
Das heißt, wenn man sein ganzes Leben umwirft, um ein Ziel zu erreichen, werden bis zu dem gewünschten Ergebnis zahlreiche Hindernisse auftauchen. Erreicht man es trotzdem, kann es bittere Folgen haben. Wenn wir, um Geld oder Ansehen zu erreichen, unsere Gesundheit gefährden, unsere Lieben opfern, andere Werte vernachlässigen, usw, kann es sein, daß solche Mißgeschicke entstehen, daß wir das gesuchte Ziel nicht erreichen. Andererseits kann es sein, daß wir das Ziel zwar erreichen, aber nicht mehr genug Gesundheit haben, um es zu genießen, und keine Freunde mehr haben, um es mit ihnen zu teilen und auch keine anderen Werte mehr haben, die dem Leben noch einen Sinn geben könnten. "Es ist gut, wenn die Dinge zusammen, nicht vereinzelt wirken", und das ist so, weil unser Leben eine Gesamtheit ist, die ein Gleichgewicht und eine richtige Entwicklung braucht, nicht etwa Teillösungen. Einige Dinge sind natürlich wichtiger als andere und jeder von uns müßte einen Wertmaßstab haben, damit das Erst-, Zweit- und Drittwichtigste seinen richtigen Platz bekäme. Wenn wir dementsprechend unsere Kräfte verteilten, würden alle Dinge wahrhaftig im Zusammenhang wirken. GESCHICHTE: DIE UNVERHÄLTNISMÄßIGEN ZAUBERER. Vier Zauberer lebten in Freundschaft beisammen. Drei von ihnen erhielten eine gute Ausbildung, hatten aber ein schlechtes Urteilsvermögen. Der Vierte verabscheute Bildung, hatte aber einen scharfen Verstand. Einer der Zauberer sagte: Was nützt das Urteilsvermögen ohne Ausbildung? Man weiß zwar was gut und schlecht ist, aber man weiß nicht wie man das eine oder andere anpacken soll." Um dies zu verdeutlichen gab der Jüngste ein Beispiel: Morgen müssen wir in Persepolis sein, aber der Weg dorthin ist so weit, dass unsere Kamele ihn an einem Tag nicht zurücklegen können, aber mit unserer Ausbildung können wir es möglich machen." Dann baten sie den Zauberer mit dem Urteilsvermögen ein Kamel zu holen. Einer verlängerte nun die Beine des Kamels, bis sie hoch waren wie ein Turm des Schweigens. Ein anderer machte seinen Rücken so breit, dass die vier zwischen den Höckern Platz finden konnten. Der letzte Zauberer gab dem Tier solch einen langen Hals, dass das Tief aus großer Entfernung alle bedeutsamen Punkte erblicken könnte. Am nächsten Morgen saßen aber nur drei Zauberer auf, denn der Verständige sagte: Drei sind besser als vier wenn die Probleme groß werden." Und die drei Zauberer saßen auf und lachten über den Ängstlichen. Am Anfang rannte das Kamel sehr schnell, aber nach kurzer Zeit gab es nirgends genug Wasser, um den Durst eines derartigen Tieres zu stillen. Noch schlimmer waren die Sandstürme, die um den hohen Kopf des großen Ungeheuers tobten, so dass es, anstatt den Kopf aufzurichten, auf dem Boden kriechen musste, wie eine Schlange, die hinter ihrer Beute herschlängelt. Geschwächt und, durch die unnatürliche Haltung seines Halses aus dem Gleichgewicht gebracht, fiel das Kamel schließlich um wie ein Turm dem jegliches Fundament fehlt. Traurig war die Rückkehr der Zauberer, aber glücklicherweise war der Vernünftige da, um sie zu trösten. Sei es wie es sei sie kamen nicht zeitig an dem verabredeten Ort an und konnten ihr Geschäft dort nicht machen. An einem anderen Tag fanden die Vier ein totes Tier und weil sie dem Vernünftigen erneut die Bedeutung einer guten Ausbildung beweisen wollten, sagten sie: He, lasst uns etwas für diesen armen toten Löwen tun. Aber dieses Mal werden wir uns gut absprechen, damit alle Teile sich zu einem vernünftigen Ganzen zusammenfügen, denn dieses Kamel war das Ergebnis der Fähigkeiten jedes Einzelnen aber nicht von allen Dreien." Der Erste sagte dann: Ich weiß wie das Skelett zusammengefügt werden muss." Der Zweite sagte: " Ich kann Haut, Fleisch und Blut beitragen." Der Dritte sagte: "Ich kann ihm das Leben wiedergeben." Tatsächlich der Erste sammelte das Skelett zusammen, der Zweite versah es mit Haut, Fleisch und Blut. Während der Dritte ihm das Leben wiedergeben wollte, legte der Vernünftige Widerspruch dagegen ein, er bemerkte: "Das ist ein Löwe, wenn ihr ihn zum Leben erweckt, wird er uns alle töten." "Einfaltspinsel", sagte der Dritte ich werde dein Urteil wiederlegen." "In diesem Fall", war die Antwort, warte einen Augenblick, bis ich auf diesen Baum geklettert bin." Sobald er oben war gab der Dritte dem Löwen das Leben und dieser erhob sich und tötete alle drei Zauberer. Als der Löwe sich zurückgezogen hatte, stieg der vernünftige Zauberer vom Baum herunter und ging nach Hause.
Es war ein Mann mit Namen Hiob, der rechtschaffen und gottesfürchtig war. Seine Nachkommenschaft und seine Reichtümer waren groß und in allem unterlag er Jehovas Willen. Eines Tages kamen die Gottessöhne um sich Jehova zu zeigen, unter ihnen war auch Satan, der Boshafte. Jehova sage zu Satan: Woher kommst Du?" Satan antwortete: "Ich habe die Erde umrundet und bin auf ihr gewandelt." Und Jehova sagte zu Satan: "Hast Du Hiob nicht bemerkt, hast du nicht gesehen niemand auf der Erde ist rechtschaffener als er?" Satan antwortete ihm daraufhin: "Seiner Arbeit Hände hast du gesegnet und sein Hof und seine Söhne sind gewachsen. Aber lass deine Hand nun auf alles fallen was er besitzt und du wirst sehen, ob er dir nicht ins Gesicht lästert." Jehova ließ also zu, dass der Boshafte Hand an alles legte, was Hiob besaß, aber nicht an diesen selbst. Die Kinder Hiobs wurden von Straßenräubern getötet, Feuer vernichtete seine Schafe, die Chaldäer raubten seine Kamele und ein starker Sturm zerstörte sein Haus. Als Hiob all dies sah packte ihn der Schmerz, er fiel zu Boden und sagte: "Nackt bin ich aus dem Schoß meiner Mutter gekommen und nackt werde ich dorthin zurückkehren. Jehova hat mir gegeben und Jehova hat mir genommen, geheiligt sei sein Wille." Nun bat Satan Gott um Erlaubnis Hiob zu schaden und Jehova gab sie ihm unter der Bedingung ihm nicht das Leben zu nehmen. Eine Krätze befiel Hiob vom Kopf bis zur Sohle. In einem Aschenhaufen sitzend kratzte er sich mit einem Ziegelstein. Über viele Jahre hinweg befielen Hiob Schmerzen und Krankheiten. Seine Frau schrie ihm aus einiger Entfernung zu: "Bist du immer noch demütig, segne Gott und sterbe." Daraufhin antwortete Hiob: Wir erhalten Gottes Güte, warum sollten wir nicht auch Schlechtes erhalten. Geheiligt sei sein Name und sein Wille." Auch seine Freunde und Bekannten, derer waren viele denen er in seinen guten Zeiten geholfen hat, nahmen Abstand von ihm und sagten: "Gutes und Schlechtes verteilen sich im Leben, aber wem außer einem Sünder oder einem Heuchler kann so viel Schlechtes widerfahren? Denn es gibt schlechte und gute Menschen die seine Wohltaten genießen. Gute und Schlechte erleben über ihren Häuptern den Zorn Gottes, aber es gibt niemanden, der so viel Böses statt Segen vom Himmel erhalten kann, oder ist Jehova ungerecht? Darauf antwortete Hiob: "Mir steht es nicht zu Jehovas Pläne zu beurteilen. Er hat mir gegeben und er hat mir genommen, geheiligt sei sein Wille!" Dann half Jehova Hiob und gab ihm doppelt soviel wie er vorher besaß. Und all seine Brüder und Schwestern und alle die ihn früher kannten kamen zu ihm und aßen das Brot mit ihm in seinem Haus, bemitleideten und trösteten ihn für all das Schlechte was Jehova ihm gebracht hatte. Jeder gab hm eine Goldmünze und einen goldenen Ohrring. Jehova segnete Hiobs Lebensabend mehr als zu Beginn, er gab ihm vierzehntausend Schafe, sechstausend Kamele, tausend Ochsengespanne und tausend Esel. Er hatte sieben Söhne und drei Töchter. Es gab auf der ganzen Welt keine schöneren Töchter als die Hiobs. Und nach all dem lebte Hiob noch weitere hundertvierzig Jahre, er sah die Söhne und die Töchter seiner Söhne bis in die vierte Generation. Dann sagte Hiob: Jehova hat mir genommen, Jehova hat mir gegeben, geheiligt sei sein Wille." GESCHICHTE In Deutschland lebte im letzten Jahrhundert ein Landwirt der viele Pferde besaß. Eines davon, ein junger Hengst war sein Liebling. Dieses Tier lief eines Tages davon. Ein Nachbar des Landwirtes hörte was passiert war. Er lief sofort zu seinem Freund um ihm sein Beileid wegen des tragischen Ereignisses auszusprechen. Darauf antwortete der Landwirt: Es kann etwas Schlechtes, aber es kann auch etwas Gutes dabei herauskommen." Am darauffolgenden Tag kam der Hengst zurück und brachte fünfzig wilde Pferde mit. Als der Nachbar dies sah, lief er freudig erregt zu dem Landwirt um ihm für einen solch schlauen Hengst zu gratulieren. Aber der Landwirt sagte: es kann was Schlechtes, aber es kann auch etwas Gutes dabei herauskommen." Am darauffolgenden Tag bestieg der einzige Sohn des Landwirtes eines der wilden Pferde. Das Pferd warf ihn ab und der Junge hatte ein kaputtes Bein und dies mitten in der Erntezeit. Wie immer sagte der Landwirt: es kann was Schlechtes, es kann aber auch was Gutes dabei herauskommen." Am darauffolgenden Tag kamen Soldaten auf den Bauernhof. Es war Krieg und sie suchten Rekruten. Aber sie verließen den Hof mit leeren Händen, da der Sohn ein kaputtes Bein hatte. Der Nachbar eilte zu seinem Freund, der Nachbar schaute ihn an und sagte: Es kann was Gutes, es kann aber auch was Schlechtes dabei herauskommen."
6. GRUNDSATZ: WENN DU DEM VERGNÜGEN NACHJAGST, FESSELST DU DICH ANS LEIDEN. SOLANGE DU JEDOCH DEINER GESUNDHEIT NICHT SCHADEST, GENIESSE UNBEFANGEN, WENN SICH DIE GELEGENHEIT DAZU BIETET.
GESCHICHTE: DER ZAUBERKUCHEN Ein Meister schenkte der Versammlung seiner Schüler einen Zauberkuchen. Von diesem konnte man soviel essen wie man wollte, ohne das dieser weniger wurde. Einzige Bedingung war es nur einmal am Tag davon zu essen. Das Geschenk übergab ihnen der Meister kurz bevor er sich auf eine lange Reise begab und damit die Gemeinschaft der Mönche weniger Probleme haben wird. Ein erster Schüler probierte den Kuchen und staunte über den hochfeinen Geschmack. Aber kurz nachdem er sich satt gegessen hatte dachte er schon an die Portion des darauffolgenden Tages. So wuchs seine Besessenheit von Tag zu Tag. Sie wurde so unerträglich, dass er beschloss dem ein Ende zu bereiten, indem er eine solch große Portion essen würde, die ihn bis zur nächsten Portion zufrieden stellen würde. Dies führte allerdings zu einer solch grauenvollen Magenverstimmung, die ihn fast umbrachte. Gedenk dieses Ereignisses wurde an der Vorderseite des Klosters eine Tafel mit folgender Inschrift angebracht: Wer sucht und behalten will leidet." Ein zweiter Schüler wollte aufgrund des Vorgefallenen zuerst den Kuchen nicht probieren, obwohl sein Verlangen danach groß war. Er sagte sich das Vergnügen den Schmerz mit sich bringt und deshalb darf man nicht genießen, wenn man nicht leiden will. Wie die Erfahrung gezeigt hatte, bringt das eine das andere mit sich. Es geschah jedoch, dass der Asket täglich von Kuchenbergen träumte, ohne auch nur einen Happen probieren zu können. Im Schlaf bevölkerten manchmal riesige Kuchen seine Träume und er erwachte so erschreckt, als wäre er von einer Riesenameise gebissen worden. Endlich, um sich noch größere Leiden zu ersparen, probierte er eines Tages ein Stück von dem verzauberten Kuchen, damit verriet er seine Überzeugungen und vergrößerte seine Besessenheit. An der Vorderseite des Klosters wurde eine neue Tafel aufgehängt auf dieser war zu lesen: Die Sünde befindet sich weder im Kuchen noch im Bauch, sondern in dem der träumt und denkt." Schließlich überdachte ein dritter Schüler die Aufgabe, die Meister vor seiner Abreise gestellt hat. Er sah, dass das Kloster, der Gutshof und die Tiere vernähclässigt worden waren, da die verschiedenen Meinungen über den Kuchen die Gemeinschaft geteilt haben. Er begann alles vor der Rückkehr des Meisters wieder in Ordnung zu bringen. Als er einen der Räume sauber machte traf er dort den Grund des ganzen Durcheinanders. Er hielt einen Moment inne, schnitt sich ein Stück von dem Kuchen ab und aß es gemächlich auf. Dann vergaß er das Ganze aber schnell wieder da er so mit der Arbeit im Kloster beschäftigt war. Als der Meister zurückkehrte entdeckte er die beiden Inschriften im Eingang und bat um eine Erklärung dafür. Daraufhin beschloss der den Kuchen wegzuwerfen. Dann sagte er: Eine große Ungerechtigkeit ist geschehen. Hängt eine neue Tafel auf die besagt: Die Habsucht eines starken Dummen und die Zurückhaltung eines schwachen Doktors führen zum gleichen Ergebnis. Was dem Heiligen nur ein Stück Kuchen, bringt dem Gierigen viele Probleme."
7. GRUNDSTATZ: WENN DU EINEM ZIEL NACHJAGST,MACHST DU DICH UNFREI: WENN DU ALLEM,WAS DU TUST, SO NACHGEHST, ALS OB ES EIN ZIEL IN SICH SELBST WÄRE, BEFREIST DU DICH:
Eine Milchverkäuferin trug auf ihrem Kopf eine große Milchkanne. Sie brachte sie zum Verkauf auf den Markt des Dorfes. Hier trage ich eine Kanne voll Milch" sagte sie sich- wenn eine Hungersnot kommt, werde ich hundert Rupien dafür kriegen. Damit kann ich zwei Zicklein kaufen. Alle sechs Monate werden sie zwei neue Ziegen bekommen. Nach den Ziegen kriege ich Kühe. Wenn die Kühe kalben, verkaufe ich die Kälber. Dann werde ich Büffel kaufen, danach Stuten. Die Stuten werden mir viele Pferde bringen. Der Verkauf der Pferde bedeutet eine Menge Gold. Mit dem Gold kaufe ich ein großes Haus mit einem Innenhof. Dann wird jemand in mein Haus kommen, jemand aus guten Verhälnissen, meiner Position angemessen und wir heiraten. Wir werden einen Sohn haben den wir Mond nennen werden. Wenn er groß genug zum Laufen ist wird er auf mich zulaufen und dabei zu nah an den Pferden vorbeikommen. Dann werde böse und seinen Vater rufen, damit er die Pferde fortbirngt, der tut dies aber nicht, da er mit seinen Dingen beschäftigt ist. Deshalb werde ich auf sie zugehen und mit Fußtritten verjagen." Die Milchträgerin stolperte über einen Stein, den sie nicht gesehen hatte, da sie so mit ihren Träumereien beschäftigt war, die Milchkanne fiel von ihrem Kopf zu Boden und der ganze Inhalt lief aus.
8. GRUNDSATZ: DEINE KONFLIKTE WERDEN DANN VERSCHWINDEN, WENN DU SIE AUS IHREM LETZTEN GRUND HERAUS VERSTEHST, UND NICHT, INDEM DU SIE LÖSEN WILLST.
GESCHICHTE: DIE DECKE DES HIRTEN Ein junger Hirte fror jede Nacht unter seiner Decke, aber nicht weil diese schlecht gewbt oder von schlechter Qualität gewesen wäöre. Der Hirte sagte sich immer wieder: Von Klein auf hat mich diese Decke vor Wind, Raureif und Schnee geschützt, aber jetzt dringt die Kälte durch sie durch. Sicher ist sie an der ein oder anderen Stelle schon abgenutzt. Wenn sie mir als Kind gedient hab, dann müsste sie mir doch auch jetzt noch dienen, sie müsste nur etwas geflickt werden." So machte er sich an die Arbeit und brachte sie wieder in einen guten Zustand. In der nächsten Nacht merkte er, dass seine Füße unbedeckt und kurz vorm Erfrieren waren. Also nahm er die Decke und zog sie weiter runter über die Füße, dabei blieb aber seine Brust halb unbedeckt, da die Decke zu kurz war. So verbrachte er die Nacht: deckte er oben zu entblößte er sich unten und umgekehrt. In der darauffolgenden Nacht überlegte er: Wenn diese Decke mich meine ganze Kindheit begleitet und beschützt hat, dann muss sie mir auch jetzt nützlich sein, denn sie ist wie neu, nachdem ich sie geflickt habe. Ich muss mich nur im Schlaf zusammenrollen, denn es scheint ich bin zu sehr gewachsen." Der nächste Morgen traf auf einen unausgeschlafenen Jungen mit Schmerzen am ganzen Körper, wegen seiner unbequemen Körperhaltung. Dann entschied er: Weder ist die Decke mit der Zeit gewachsen, noch kann ich kleiner werden, damit wir zusammenbleiben können."
9. GRUNDSATZ: WENN DU DEN ANDEREN SCHADEST, BLEIBST DU UNFREI. SOLANGE DU ABER ANDEREN NICHT SCHADEST, KANNST DU IN FREIHEIT TUN, WAS IMEMR DU MAGST.
BARMHERZIGKEIT UND OPFER Jesus sagte: Richtet nicht, damit nicht auch ihr gerichtet werdet. Das Urteil mit dem ihr richtet, wird auch euch richten. Mit dem Maß, mit dem ihr messt, werdet auch ihr gemessen." Damit bewies er, das Unheil welches man dem Nächsten tut, ist auch zum Schaden für den, der es anrichtet. Und es begab sich, dass er zu Tisch saß in seinem Hause, da setzten sich viele
Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesus. Als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. An einem Sabbat ging er durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Und vieles erklärte er indem er sagte: Gehet, aber lehrt erst was es heisst: Barmherzigkeit will ich und keine Opfer.
10. GRUNDSATZ WENN DU ANDERE SO BEHANDELST, WIE DU SELBST BEHANDELT WERDEN MÖCHTEST, BEFREIST DU DICH.
Ein Schüler fragte Konfuzius: Wer ist ein guter Mensch"? Der Meister antwortete: du kannst einen Menschen gut nennen ob seiner guten Taten. Wenn ein Regent sich um sein Volk kümmert und dies nur des Volkes wegen tut, kannst du ihn einen guten Menschen nennen. Aber heilig, mehr als gut ist jener, der sich erst mit Wissen stärkt und es dann anderen weitergibt, jener der eine Wohltat empfangen und sie dann anderen gibt. Jener, der mit anderen macht was er möchte das andere mit ihm tun. Deshalb kann jeder Untergebene in seinem Maße, ohne Regent zu sein, Heiliger sein und dies hängt weder von seinem Rang noch von seinem Berufe ab".
11. ES KOMMT NICHT DARAUF AN AUF WELCHE SEITE DICH DIE EREIGNISSE GESTELLT HABEN. WICHTIG IST FÜR DICH, ZU BEGREIFEN, DASS DU SELBST KEINE SEITE GEWÄHLT HAST.
KAISER UND GOTT
Dann gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn bei einem Ausspruch
fangen könnten.
12. GRUNDSATZ: DIE WIDERSPRÜCHLICHEN ODER EINHEITLICHEN HANDLUGNEN SAMMELN SICH IN DIR AN: WENN DU DEINE HANDLUNGEN INNERER EINHEIT WIEDERHOLST, KANN DICH NICHTS MEHR AUFHALTEN.
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