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1. Name
Die Gemeinschaft für die menschliche Entwicklung.
2. Definition.
Die Gemeinschaft ist eine soziale und kulturelle Organisation, die die gemeinsame
Veränderung der Gesellschaft und der Individuen fördert. Zu diesem Zweck führt sie
Studien durch, um die auf die Veränderung gerichtete Handlung zu erleichtern.
3. Zielsetzung
Angesichts der zunehmenden Entmenschlichung und Desorientierung, von der die
Individuen, Gruppen und Institutionen betroffen sind, verbreitet die Gemeinschaft im
sozialen und kulturellen Bereich ihren Vorschlag: Die gleichzeitige Veränderung
des Einzelnen und seiner unmittelbaren Umgebung mit dem Ziel, die Entwicklung des Menschen
und der Welt in eine solidarische und gewaltfreie Richtung voranzutreiben. Folglich regt die Gemeinschaft, obwohl
sie eine soziale und kulturelle Organisation ist, ihre Mitglieder zur aktiven Teilnahme an
allen gesellschaftlichen Bereichen an, um ihre Vorschläge in die Praxis umzusetzen.
Es handelt sich im Grunde um eine neue ethische Haltung, die sich in drei Aspekten
zeigt:
a) Der freiwillige Einsatz: Denn wir sind der Ansicht,
daß sich eben im selbstlosen Geben die wahre menschliche Dimension ausdrückt.
b) Die direkte Kommunikation: Denn nur das aktive und verantwortungsvolle
Wirken des Einzelnen in seiner unmittelbaren Umgebung führt zur Überwindung der
Isolation und zum Entstehen eines persönlichen und täglichen Engagements. Und
ausschließlich ein solches Engagement kann eine tiefe und dauerhafte Veränderung
gewährleisten.
c) Die Gewaltfreiheit: Wir verstehen die
Gewaltfreiheit als Prinzip und Methode der Handlung und -noch tiefergehend-
als innere und äußere Haltung zugunsten des Lebens. Nur so kann die gegenwärtige
Richtung der Welt, die von körperlicher, wirtschaftlicher, rassischer und religiöser
Gewalt gekennzeichnet ist, verändert und eine neue Richtung eingeschlagen werden, die die
Zukunft öffnet und dem Menschen Möglichkeiten zur Entwicklung gibt.
Das wichtigste Merkmal an diesem Konzept ist, daß es auf gewöhnliche Menschen wie du
und ich zugeschnitten ist und jeden ohne Diskriminierung auffordert, Hauptdarsteller zu
werden beim Aufbau der Welt, nach der er strebt.
In diesem Sinne fördert die Gemeinschaft zwei große Bereiche, die für sie von
Interesse sind:
1. Förderung jeder Art von sozialen und kulturellen Aktivitäten, die mit dieser
Zielsetzung im Einklang stehen.
2.Förderung und innere Stärkung derer, die durch freiwilligen Einsatz am Aufbau einer
neuen Welt, die von Solidarität und Gewaltfreiheit geprägt ist, mitwirken wollen.
4. Aktivitäten
Die Gemeinschaft entwickelt und verbreitet Ideen und Ansichten und organisiert
Aktivitäten, deren Zweck die persönliche und soziale Entwicklung ist.
Zu ihren wichtigsten Aktivitäten zählen folgende:
a) Die Verbreitung ihrer Ansichten bezüglich des gegenwärtigen Moments sowie
bezüglich der Handlungen, die in Gang gesetzt werden sollten, um tatsächlich eine
menschliche Entwicklung zu erreichen. Diese Verbreitung findet über Vorträge,
Veröffentlichungen und Massenmedien statt.
b) Die Organisation und Durchführung von Kursen. Workshops, Seminaren und Tagungen
für ihre Mitglieder, Sympathisanten und die Öffentlichkeit, um auf folgenden Gebieten
Standpunkte zu entwickeln und zu vermitteln:
- Erziehung
- Gesundheit
- Soziale Psychologie
- Soziale Kommunikation
- Kunst
- Wissenschaft und Technik
- Wirtschaft
- Ökologie
c) Die Förderung sozialer Aktivitäten, die auf eine Zusammenarbeit
mit den am meisten diskriminierten Teilen der Gesellschaft abzielen.
d) Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich der Probleme, die die Menschen
sowie die Gesellschaft im allgemeinen betreffen. Dies beinhaltet auch, Lösungsvorschläge
zu machen und die Menschen zum Handeln in diese Richtung zu bewegen.
e) Den Aufbau von Beziehungen mit anderen Organisationen auf nationaler, regionaler
oder internationaler Ebene zum Zwecke des Austauschs sowie der Zusammenarbeit bei
Aktionen, die mit der Zielsetzung und den Vorgehensweisen, die die Gemeinschaft verfolgt,
vereinbar sind.
5. Organisatorisches
Die Gemeinschaft ist ein eingetragener Verein (VR 11078 beim Registergericht München)
und aufgrund ihrer Förderung der internationalen Gesinnung und Völkerverständigung als
gemeinnützig anerkannt.
Die Koordinierung der Aktivitäten fällt in den Aufgabenbereich des Vorstandes. In
regelmäßigen Vorstandssitzungen wird die Entwicklung der verschiedenen Aktivitäten
ausgewertet. Um eine bessere Koordinierung zu erreichen, werden verschiedene Sekretariate
mit spezifischen Aufgabenbereichen gebildet.
Je nach Bedarf werden Mitgliederversammlungen zur Berichterstattung und
Beschlußfassung einberufen. Einmal im Jahr findet die ordentliche Mitgliederversammlung
statt. um den Vorstand neu zu wählen, die Situation des Vereins auszuwerten und die
künftigen Aktivitäten zu planen.
Die Mitgliedschaft steht jeder Person ohne jegliche Diskriminierung offen, sofern sie
mit den Zielen der Gemeinschaft übereinstimmt. Als Mitglied kann sie dann in einem
Sekretariat mitarbeiten. neue Aktivitäten in Gang setzen, die Mitteilungen und
Materialien bekommen, an den Mitgliederversammlungen teilnehmen und bei der Vorstandswahl
seine Stimme abgeben.
6. Bibliographie
Die Grundlagen der Gemeinschaft finden sich in den folgenden Schritten: Allgemeine
Erklärungen', Themen der Gemeinschaft* und Themen über die gültige Handlung'. Diese
dienen den Mitgliedern als Studien- und Lehrmaterialien.
Andere Werke, die der Arbeit der Gemeinschaft als Bezugspunkt dienen, sind: Die Erde
menschlich machen*, "Beiträge zum Denken" und "Geleitete
Erfahrungen*" von Silo, sowie "Selbstbefreiung" von L.A.Ammann.
7. Vorgeschichte
Die Gemeinschaft wurde in der Bundesrepublik Deutschland am 2. Januar 1984 auf der
Grundlage einiger Werke von Silo* gegründet und als Verein eingetragen. Wegen ihres
Beitrags zur Förderung der internationalen Gesinnung und Völkerverständigung wurde sie
im selben Jahr als gemeinnütziger Verein anerkannt.
Zu den von ihr durchgeführten Aktivitäten zählen:
1984
Herausgabe des Nachbarschaftsblattes 'Mach mit'
(bis Ende 1986).
Zusammenarbeit mit der Friedensinitiative
Isarvorstadt.
Vortrag zum Thema 'Waldsterben' (Referent: Dr. J.
Reindl, Leiter des Forstamtes Berchtesgaden).
Beteiligung an der europaweiten Unterschriftenaktion
'Nein zur Arbeitslosigkeit', bei der insgesamt 1,6 Mio. Unterschriften gesammelt wurden.
1985
Vortrag zum Thema 'Arbeitslosigkeit und Ökologie'.
Unterstützung der Aktion 'Bürgerentscheid'.
Unterstützung einer an die UNO gerichteten Petition,
das Jahr 1986 zum Jahr der 'Menschlichmachung der Welt' zu deklarieren. Die Petition
beinhaltete eine Analyse der weltweiten Situation mit konkreten Aktionsvorschlägen.
1986
Durchführung einer Unterschriftenaktion zum Thema 'Sozialwohnungen in München -
Mißstände und Vergabepraxis'.
Workshops zu den Themen 'Gewaltfreiheit
und.Diskriminierung'.
1987
Arbeitskreis zumThema 'Aktive Gewaltfreiheit'.
Videovorführung zum Thema 'Ziviler Ungehorsam und
Widerstandsrecht'.
1988
Umfrage zum Thema 'Ausländerproblematik'.
Workshops zum Thema 'Integration ausländischer
Mitbürger'.
Vortrag zum Thema 'Neue Tendenzen im
Ost-West-Konflikt'.
1989
Vortrag über das Buch "Die Erde menschlich
machen" von Silo in der Psychologischen Fachbuchhandlung in München.
Vortragsreihe im Werkhaus in München-Neuhausen zu
folgenden Themen:
- Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft
- Soziale Unzufriedenheit
- Informationsüberflutung
- Manipulationsmechanismen
- Freiheit
Aktionsmonat zum Thema 'Weihnachtskonsum' mit
Infoständen, Diskussionsabenden und abschließender Veranstaltung in der Münchner
Gaststätte 'Schlachthof'.
1990
Seminare und Workshops zu den Themen 'Werte,
Rollen und Kohärenz im eigenen Leben'.
Umfrage zum Thema 'Die Krise der heutigen
Gesellschaft'.
Informationsveranstaltungen zum Thema 'Die
siloistische Bewegung in der heutigen Welt'.
1991
Aktivitäten zum Golfkrieg in Zusammenarbeit mit
gleichgesinnten Initiativen in Wien.
Vortrag zum Thema 'Wem gehört Geschichte?' im
Münchner Hotel Eden Wolff vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Ostblocks und dessen
Inanspruchnahme als Rechtfertigung für das westliche Gesellschaftsmodell.
Beginn der Zusammenarbeit mit gleichgesinnten
Initiativen in Ungarn mit dem Ziel, den Einfluß humanistischen Gedankengutes auf die
dortige Entwicklung zu bestärken.
Ab September Durchführung von regelmäßigen,
dreimonatigen Begegnungstreffen als Gegengewicht zur Auflösung des sozialen Netzes.
Vortrag zum Thema 'Die globale Revolution' im Haus
International* in München auf der Grundlage des gleichnamigen, als Spiegel Spezial«
veröffentlichten Berichtes des Club of Rome'.
1992
Seminare und Workshops zum Thema Der Verlust der
Bezugspunkte und die allgemeine Desorientierung'.
Vorträge zu den Themen 'Wo ist der Sinn?' und 'Die
gegenwärtigen Mythen: Geld, Sex und Prestige' im Kulturzentrum 'Freiraum' in München.
Anmerkungen: * Silo: literarisches
Pseudonym des Denkers und Schriftstellers Mario Luis Rodriguez Cobos, Gründer der als
'Siloismus' bekannten Denkströmung. Silo wurde am 6. Januar 1938 in Mendoza (Argentinien)
geboren. Er hat mehrere Bücher verfaßt, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und
herausgegeben wurden. Sein Werk. das von manchen als eine neue Denkströmung
bezeichnet wird. wurde in Verbindung mit verschiedenen Organisationen gebracht. die man im
allgemeinen der gewaltfreien, pazifistischen. humanistischen und ökologischen Bewegung
zuordnet.
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